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Horten Go-229
(1:72 von Revell)
Die Brüder Reimar und Walter Horten waren bis zum Ende des 2. Weltkrieges neben Alexander Lippisch die bekanntesten Konstrukteure für Nurflügler-Flugzeuge in
Deutschland. 1933 bauten sie ihren ersten Nurflügler H I und 1934 den Motorsegler H II. 1937 entstand die erste aus Kunststoff gefertigte Nurgflügelmaschine.
Dieses Flugzeug ging jedoch bei der 1. Landung völlig zu Bruch. Der verwendete Kunststoff erwies sich als zu spröde. Die Horten Konstruktionen unterschieden
sich ansonsten nur wenig voneinander: der Mittelteil mit dem Cockpit bestand aus einem entsprechend verkleideten Rohrrahmen mit Anschlüssen rechts und links
für die stoffbespannten Tragflächen. In diesen Rahmen wurde der ein- oder zweimotorige Antrieb mit Druckpropeller und das Bugradfahrwerk eingebaut. Bereits
1934 war die H II einigen Mitarbeitern des Luftfahrtministeriums vorgeführt worden. Ernst Udet konnte als Chef des Technischen Amtes im Reichsluftfahrtministerium
(RLM) für die Idee des Nurflüglers gewonnen werden. Ab 1937 konnte die Entwicklung von motorgetriebenen Nurflügelmaschinen mit Unterstützung durch das
RLM fortgesetzt werden. Nach Beginn des Krieges wurde die Entwicklungsarbeit der Brüder im Rahmen eines Sonderkommandos der Luftwaffe gefördert. Die
zweimotorigen Versuchsflugzeuge H V und H VII V1 erwiesen sich als gelungene Konstruktionen. Der Reichsmarschall Hermann Göring zeigte sich so interessiert, dass
ihm die H VII 1944 in Oranienburg vorgeführt werden konnte. Die Vorarbeiten für den turbinenbetriebenen Nurflügler H IX begannen 1943 in Göttingen. Neben
der bewährten Holz-Stahlrohrkonstruktion und dem Bugradfahrwerk waren zwei BMW 003-Luftstrahltriebwerke vorgesehen. Bis auf die Bereiche um die Turbinen sollte das
Flugzeug vollständig mit Sperrholz beplankt werden. Mit diesem Projekt wurde Hermann Göring ein Flugzeug in Aussicht gestellt, das mit einer Geschwindigkeit
von 900 km/h über 700 km weit eine Waffenlast von 2000 kg tragen sollte. Kurze Zeit später begann die Arbeit an einem antrieblosen Prototypen. Am 28.02.1944
gelang in Göttingen der erfolgreiche Erstflug der H IX V1. Um die Landestrecke zu verkürzen, war ein Bremsfallschirm im Heck installiert. Die weitere
Projektentwicklung zum ersten Nurflügel-Trubinenflugzeug der Welt wurde jedoch vom Luftfahrtministerium um Monate verzögert. Statt mit BMW 003-Turbinen musste
die V2 mit den größeren Jumo 004 ausgerüstet werden. Das machte im Grunde eine Neukonstruktion des Flugzeuges erforderlich. Anfang 1945 war das unbewaffnete
Versuchsmuster in Göttingen fertiggestellt. Der erste Start zu einem Testflug erfolgte am 2. Februar 19435 in Oranienburg. Der erfahrene Pilot Leutnant Erwin
Ziller landete nach 30 Minuten. Am nächsten Tag wurde das Flugzeug bei der Landung beschädigt. Der dritte Start am 18.02.1945 endete nach 45 Minuten Flugzeit
mit dem Verlust der Maschine. Im Landeanflug verlor der Pilot die Kontrolle über das Flugzeug. Die V2 zerschellte vor dem Flugplatzgelände am Boden. Erwin
Ziller kam dabei ums Leben. Die Ursachen dieses Unfalls konnten nicht geklärt werden. Bereits Ende 1944 hatte die Gothaer Waggonfabrik (GWF) einen Auftrag für die
zukünftige Serienproduktion eines einsitzigen Jägers Go 229 erhalten. Der Entwurf der Konstrukteure in Gotha sah für die V6 eine Bewaffnung mit zwei MK 103
vor. Nach dem Verlust der V2 waren die ersten drei Vorserienmaschinen der GWF ohne zusätzliche Ausrüstung oder Bewaffnung zur weiteren Flugerprobung vorgesehen.
Der Bau dieser Versuchsmuster wurde durch das Kriegsende im Mai 1945 unterbrochen. Unter amerikanischer Aufsicht erfolgte später die Fertigstellung von Mittelteil
und Flügel der V3. Das Flugzeug kam als Kriegsbeute in die Vereinigten Staaten.
Technische Daten:
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